Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft zeigt massive Probleme beim Netzanschluss von PV-Anlagen und Batteriespeichern. 72 % der befragten Solateure bewerten die Kommunikation der Netzbetreiber mit den Schulnoten 5 oder 6. Was das für Ihr Solarprojekt bedeutet – und wie Sie trotzdem erfolgreich planen.
Lange Wartezeiten und schlechte Kommunikation – die aktuelle Situation
Die Zahlen sind ernüchternd: Knapp 4 Monate dauert die Bearbeitung eines Netzanschlussbegehrens für größere PV-Projekte im Durchschnitt. In Extremfällen können sich die Verfahren sogar über mehrere Jahre hinziehen. Besonders betroffen sind Batteriespeicher-Projekte – hier erhalten 79 % der Antragsteller entweder keine Antwort, eine Absage oder die Aussage, dass ein Anschluss frühestens Ende 2028 möglich sei.
Für Sie als Hausbesitzer bedeutet das: Die Planbarkeit Ihrer Solaranlage wird leider schwieriger. Verzögerungen können zu Mehrkosten führen, etwa wenn sich Modulpreise ändern oder Förderprogramme auslaufen.
Wo liegen die Ursachen für die Verzögerungen?
Die Probleme haben mehrere Ursachen:
- Personalengpässe: Viele Netzbetreiber arbeiten mit zu wenig Personal für die gestiegene Anzahl von Anträgen
- Fehlende Transparenz: Informationen über verfügbare Netzkapazitäten sind oft nicht öffentlich zugänglich
- Uneinheitliche Prozesse: Jeder Netzbetreiber hat eigene Verfahren und Fristen
- Schlechte Kommunikation: Rückfragen werden nicht oder nur unvollständig beantwortet
Hinzu kommt: Der Netzausbau hinkt dem rasanten Wachstum der Solarbranche hinterher. Besonders in ländlichen Gebieten stoßen die Mittel- und Niederspannungsnetze an ihre Grenzen.
Was können Sie als Hausbesitzer konkret tun?
Planen Sie mit Pufferzeit: Stellen Sie Ihren Netzanschlussantrag so früh wie möglich. Ihr Solateur kann Sie dabei unterstützen und kennt die regionalen Besonderheiten Ihres Netzbetreibers.
Dokumentieren Sie alles: Halten Sie die Kommunikation mit dem Netzbetreiber schriftlich fest. Fragen Sie aktiv nach verbindlichen Fristen und lassen Sie sich Zwischenstände bestätigen.
Wählen Sie den richtigen Partner: Erfahrene Solateure aus Ihrer Region kennen die lokalen Netzbetreiber und deren Verfahren. Sie können Fallstricke vermeiden und den Prozess professionell begleiten.
Kleinere Anlagen meist weniger betroffen
Eine gute Nachricht: Private Dachanlagen bis etwa 10 kWp sind seltener von langwierigen Anschlussproblemen betroffen. Hier greifen oft standardisierte Verfahren, die schneller abgewickelt werden. Dennoch sollten Sie auch bei kleineren Projekten 2 bis 3 Monate Bearbeitungszeit einplanen.
Besserung in Sicht durch politische Maßnahmen
Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert eine Vereinfachung und Digitalisierung der Netzanschlussprozesse. Verbindliche Fristen und einheitliche Standards sollen die Situation in den nächsten Jahren verbessern. Erste Netzbetreiber setzen bereits auf digitale Antragsplattformen – ein Schritt in die richtige Richtung.
Bis diese Verbesserungen greifen, heißt es: gut planen, den richtigen Solateur wählen und Geduld mitbringen. Die Energiewende ist ein Marathon, kein Sprint.
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