Solarpflicht: Diese Bundesländer ziehen 2025 nach

17. Juli 2025

Wohnhaus mit Solaranlagen auf dem Dach

Sie planen einen Neubau oder eine größere Dachsanierung? Dann sollten Sie sich über die aktuellen Regelungen in Ihrem Bundesland informieren. 2025 haben mehrere weitere Länder eine Solarpflicht eingeführt oder ihre bestehenden Vorschriften erweitert. Was das für Hausbesitzer bedeutet und wo welche Regeln gelten, erklären wir hier übersichtlich.

Das Wichtigste zuerst

Elf von 16 Bundesländern haben mittlerweile eine Solarpflicht – Tendenz steigend. Neu dazugekommen sind 2025 vor allem verschärfte Regelungen in Niedersachsen, Bremen und Bayern. In Nordrhein-Westfalen greift die Pflicht seit Januar 2025 auch für neue Wohngebäude. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch erheblich: Während manche Länder nur 30% der Dachfläche vorschreiben, verlangen andere mindestens 50%.

Überblick: Wer 2025 nachzieht

Niedersachsen hat seine Solarpflicht deutlich ausgeweitet. Seit dem 1. Januar 2025 müssen nicht nur gewerbliche Neubauten, sondern auch neue Wohngebäude mit mehr als 50 Quadratmetern Dachfläche mit Solaranlagen ausgestattet werden. Zusätzlich gilt die Pflicht bei grundlegenden Dachsanierungen. Hausbesitzer müssen mindestens die Hälfte der geeigneten Dachfläche belegen – wahlweise mit Photovoltaik oder Solarthermie.

Bremen zieht zum 1. Juli 2025 nach: Ab diesem Stichtag müssen alle Neubauten mit mehr als 50 Quadratmetern Dachfläche eine Solaranlage erhalten. Seit Juli 2024 gilt dort bereits eine Pflicht bei Dachsanierungen, wenn mindestens 80% der Dachfläche grundlegend erneuert werden.

Bayern hat eine Besonderheit: Seit Januar 2025 gibt es eine „Soll-Vorschrift“ für neue Wohngebäude und Dachsanierungen. Das bedeutet: rechtlich nicht verpflichtend, aber stark empfohlen. Die Regelung gilt für Dächer über 50 Quadratmeter, wobei mindestens ein Drittel der Fläche mit PV ausgestattet werden soll.

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Nordrhein-Westfalen verschärft weiter

NRW hatte bereits eine Solarpflicht für gewerbliche Gebäude. Seit dem 1. Januar 2025 müssen auch neue Wohngebäude mit mindestens 30% der Dachfläche mit PV-Anlagen ausgestattet werden. Ab 2026 folgen dann Bestandsgebäude bei Dachsanierungen. Für kleinere Gebäude gibt es Pauschalregelungen: 3 kWp bei Ein- und Zweifamilienhäusern, 4 kWp bei Mehrfamilienhäusern mit 3 bis 5 Wohneinheiten.

Diese Bundesländer haben bereits Solarpflicht

Baden-Württemberg war 2022 Vorreiter und hat seine Regelungen seitdem kontinuierlich erweitert. Seit Januar 2023 gilt die Pflicht auch bei Dachsanierungen von Bestandsgebäuden.

Berlin schreibt seit 2023 bei Neubauten und wesentlichen Dachsanierungen vor, dass mindestens 30% der Bruttodachfläche mit PV belegt werden müssen – bei Gebäuden über 50 Quadratmeter Nutzfläche.

Hamburg hat ebenfalls seit 2023 eine umfassende Solarpflicht für Neubauten und seit 2024 auch für Bestandsgebäude bei kompletter Dacheindeckung.

Schleswig-Holstein plant ab März 2026 eine Solarpflicht für neue Wohngebäude. Für gewerbliche Gebäude und öffentliche Parkplätze gelten bereits jetzt entsprechende Regelungen.

Wo gibt es noch keine Solarpflicht?

Fünf Bundesländer haben bisher keine Solarpflicht für private Wohngebäude: Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Saarland und Thüringen. Aber: Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland arbeiten an entsprechenden Gesetzen.

Ausnahmen und praktische Hinweise

Die meisten Bundesländer sehen Ausnahmen vor, etwa für:

  • Denkmalgeschützte Gebäude
  • Dächer mit ungünstiger Ausrichtung (meist Nordseite)
  • Wirtschaftlich unzumutbare Fälle
  • Technische Unmöglichkeit

Wichtiger Tipp: Die Solarpflicht bedeutet nicht zwangsläufig höhere Kosten. Moderne PV-Anlagen amortisieren sich meist nach 8 bis 12 Jahren durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung. Viele Bundesländer bieten zusätzliche Förderprogramme an.

Was Hausbesitzer jetzt tun sollten

Wenn Sie einen Neubau oder eine Dachsanierung planen, informieren Sie sich frühzeitig über die Regelungen in Ihrem Bundesland. Die Installation einer PV-Anlage sollte von Anfang an mitgeplant werden – das spart später Zeit und Kosten.

Unser Rat: Auch wenn in Ihrem Bundesland noch keine Solarpflicht gilt, kann sich eine PV-Anlage bereits heute rechnen. Durch steigende Strompreise und sinkende Anlagenkosten wird die Wirtschaftlichkeit immer besser.

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Moritz Feldmann

Moritz Feldmann schreibt für Solarlokal.de über Photovoltaik, Energiewende und Gebäudetechnik. Seit über zehn Jahren bereitet er komplexe Themen so auf, dass sie für Hausbesitzer verständlich und praktisch umsetzbar werden. Sein Ziel ist es, bei wichtigen Energiefragen Orientierung zu geben – klar, neutral und hilfreich.