Nordrhein-Westfalen hat eine landesweite Initiative für mehr Photovoltaik auf Mehrparteienhäusern gestartet. Am 18. August unterzeichneten Landesregierung, Wohnungswirtschaft und Genossenschaften eine gemeinsame Erklärung. Ziel: Bis 2030 sollen deutlich mehr Mieter von günstigem Solarstrom profitieren.
Die Initiative kommt zur richtigen Zeit. In den vergangenen zwei Jahren hat NRW fast 200.000 neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 2,2 Gigawatt pro Jahr installiert. Doch gerade in den Städten bleiben viele Dächer ungenutzt.
Warum gerade Mehrparteienhäuser?
Trotz des dynamischen Photovoltaik-Ausbaus in NRW bleiben viele Dachflächen auf Mehrparteienhäusern ungenutzt. Das hat praktische Gründe: Komplizierte Rechtslage, unklare Finanzierung und bürokratische Hürden schrecken Vermieter oft ab.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur betonte: „Gerade in den vielen städtischen Regionen in NRW gibt es noch zahlreiche ungenutzte Dächer auf Mehrparteienhäusern – das wollen wir im Schulterschluss mit der Wohnungswirtschaft ändern.“
Was bringt das für Mieter?
Die Initiative setzt auf Mieterstrommodelle und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Das bedeutet: Mieterinnen und Mieter sollen durch Mieterstrommodelle oder gemeinschaftliche Gebäudeversorgung unmittelbar von lokal erzeugtem und günstigem Strom profitieren.
Konkret heißt das:
- Solarstrom direkt vom eigenen Dach – ohne lange Transportwege
- Oft günstigere Preise als aus dem allgemeinen Stromnetz
- Reduzierte Nebenkosten durch Eigenverbrauch
Wie soll das funktionieren?
Die Initiative setzt auf Informations- und Beratungsangebote, um technische, rechtliche und bürokratische Hürden beim Ausbau von PV-Anlagen zu reduzieren. Das ist bitter nötig – denn gerade bei Mehrparteienhäusern ist die Technik oft komplexer als beim Einfamilienhaus.
Die Herausforderungen:
- Verteilung des Solarstroms auf mehrere Wohnungen
- Abrechnung zwischen Mietern und Vermietern
- Steuerliche und rechtliche Fragen

Ehrgeizige Ziele bis 2030
Bis 2030 sollen die Kapazitäten für Photovoltaik im Land auf 21 bis 27 Gigawatt steigen. Das ist ambitioniert – aber machbar, wenn die ungenutzten Dächer in den Städten erschlossen werden. Ziel der Absichtserklärung ist es, bis 2030 einen bedeutenden Anteil der Mehrparteienhäuser in NRW mit Photovoltaikanlagen auszustatten.
Was die Wohnungswirtschaft sagt
Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, sieht in der Photovoltaik einen zentralen Hebel: „Photovoltaik ist für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen ein Schlüssel, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und bezahlbares Wohnen miteinander zu verbinden.“
Das klingt nach Marketing – hat aber einen wahren Kern. Gerade für Mieter mit geringem Einkommen können reduzierte Stromkosten spürbar helfen.
Was bedeutet das für Sie?
Sind Sie Mieter in einem Mehrparteienhaus? Dann könnte sich in den nächsten Jahren einiges tun.
Mein Tipp:
Sprechen Sie Ihren Vermieter oder Ihre Hausverwaltung auf das Thema an. Die neue Initiative schafft bessere Rahmenbedingungen – aber ohne Initiative von Mietern passiert oft nichts. Sind Sie Eigentümer einer Wohnung oder eines kleinen Mehrparteienhauses? Dann informieren Sie sich jetzt über Mieterstrommodelle. Die Förderung wird besser, die Technik einfacher.
Warnung vor Schnellschüssen
Trotz aller Euphorie: Lassen Sie sich nicht von unseriösen Anbietern über den Tisch ziehen. Besonders bei Mehrparteienhäusern ist die Technik komplex. Wählen Sie nur geprüfte Solateure aus Ihrer Region, die Erfahrung mit Mieterstrommodellen haben.
Mein Fazit: Ein wichtiger Schritt
Die NRW-Initiative ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Mieterstrom erlaubt es, Solarstrom direkt vor Ort zu erzeugen und zu verbrauchen – ohne lange Transportwege und oft zu günstigeren Konditionen als aus dem allgemeinen Stromnetz.
Ob das Ziel von 27 Gigawatt bis 2030 erreicht wird, bleibt abzuwarten. Aber die Richtung stimmt: Endlich rücken auch Mieter in den Fokus der Energiewende.
Interessieren Sie sich für Photovoltaik in Ihrem Mehrparteienhaus? Informieren Sie sich jetzt über die Möglichkeiten in Ihrer Region. Geprüfte Fachfirmen beraten Sie kostenlos und unverbindlich.
